Sepsis – jede Minute zählt.
Kategorie: Gesundheitswissen
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Sepsis wird oft unterschätzt – dabei ist sie ein medizinischer Notfall. Fieber und Schüttelfrost, schneller Puls, Kurzatmigkeit, starke Schwäche oder Verwirrtheit können Warnzeichen sein.
Wichtig zu wissen: Eine Sepsis kann grundsätzlich aus jeder Infektion entstehen. Deshalb zählt im Ernstfall jede Minute.
Was sind typische Symptome? Wer hat ein erhöhtes Risiko? Und was hat es eigentlich mit dem Mythos vom roten Strich auf sich? Das und mehr erfährst du in unserem Blogartikel.

Sepsis – jede Minute zählt.
Alle sechs Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch an einer Sepsis. Kaum zu glauben, aber die als „Blutvergiftung“ bekannte Krankheit zählt hierzulande zu einer der häufigsten Todesursachen.
Was ist eine Sepsis?
Eine Sepsis ist die schwerste Verlaufsform einer Infektion, wenn krankheitsauslösende Erreger in den Blutkreislauf gelangen. Die körpereigene Immunabwehr reagiert darauf zu stark und unkontrolliert. Das führt dazu, dass der Körper nicht nur Erreger bekämpft, sondern auch gesundes Gewebe und Organe angreift.
In der Folge kann es zu verschiedenen Symptomen kommen:
Fieber und Schüttelfrost
schneller Puls und Herzrasen
Kurzatmigkeit und schnelle Atmung
Schmerzen und starkes Krankheitsgefühl
feuchte Haut oder kalte Extremitäten, Schwitzen oder Frieren sowie Schwäche
Verwirrtheit und Desorientierung
Wer ist besonders gefährdet?
Grundsätzlich kann aus jeder Infektion eine Sepsis entstehen. Manche Menschen haben dafür aber ein höheres Risiko als andere. Dazu gehören unter anderem Menschen, die
eine geschwächte Immunabwehr haben
älter als 60 Jahre sind
chronische Erkrankungen haben
in den vergangenen vier Wochen eine Operation hatten
Bei einem eigenen Verdacht oder Unsicherheit können Erwachsene für sich oder ihre Kinder einen einfachen Sepsis-Check durchführen.
Hier geht’s zum Sepsis-Check: bkkln.de/sepsis
Dort finden Sie ebenfalls einen Überblick über diverse Risikofaktoren und weitere Symptome.
Was löst eine Sepsis aus?
Eine Sepsis ist im Grunde eine schwerwiegende Komplikation einer Infektionskrankheit, die unbehandelt fast immer zum Tod führt.
Neben Bakterien können auch Viren, wie etwa Influenza- oder Coronaviren, sowie Pilze oder einzellige Erreger, zum Beispiel Malaria, eine Sepsis verursachen.
Vor allem zwischen 2019 und 2021 wurde weltweit ein starker Anstieg an Sepsis-Sterbefällen verzeichnet. Dieser Anstieg lässt sich vor allem auf die virale Sepsis bedingt durch die COVID-19-Pandemie zurückführen. Mit 211.000 Todesfällen machte die Sepsis im Jahr 2021 einen Anteil von 20 Prozent aller Todesfälle in Deutschland aus.
Sensibilisierung kann Leben retten
Unter dem Motto „Deutschland erkennt Sepsis“ hat das Aktionsbündnis Patientensicherheit vor einigen Jahren mit diversen Kooperationspartnern und Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit eine deutschlandweite Kampagne gestartet.
Ziel ist es, die Bevölkerung und medizinisches Fachpersonal über Sepsis aufzuklären. Denn wie bei vielen Erkrankungen gilt: Je früher eine Sepsis erkannt wird, desto besser ist sie behandelbar.
Unser Hinweis für Sie: Eine Sepsis oder auch der dringende Verdacht darauf stellt immer einen absoluten Notfall dar, der sofortige ärztliche oder notärztliche Hilfe erfordert!
Mehr zur Kampagne finden Sie hier: www.deutschland-erkennt-sepsis.de
Mythos: Der rote Strich zur Körpermitte
Der Mythos, dass ein dunkelroter oder blauer Strich, der sich zum Herzen hin ausbreitet oder in diese Richtung „wandert“, ein eindeutiges Anzeichen für eine Sepsis ist, hält sich hartnäckig.
Striche dieser Art kommen bei einer sogenannten Lymphangitis vor. Dabei sind die Lymphbahnen entzündet. Eine Lymphangitis muss ebenfalls ärztlich behandelt werden, aber nur in seltenen Fällen erreicht sie den Blutkreislauf – dann kann eine Sepsis entstehen.