Personalsuche: Empfehlungen und Online-Medien vorn
Weniger offene Stellen mehr Arbeitslose. Eine insgesamt verhaltene Nachfrage nach Arbeitskräften spiegelt die aktuelle Stellenerhebung des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) wider. Außerdem gibt es eine klare Tendenz bei der Rekrutierung.
Im ersten Quartal 2026 gab es bundesweit rund 1,15 Millionen offene Stellen. Das sind etwa 8 % weniger als im Vorquartal und rund 2 % weniger als im ersten Quartal 2025. Konkret waren damit in Westdeutschland in diesem Zeitraum rund 919.000 offene Stellen zu besetzen, in Ostdeutschland 234.200. Gleichzeitig standen auf 100 ausgeschriebene Stellen durchschnittlich 264 arbeitslos gemeldete Personen zur Verfügung. Das sind 13 Arbeitslose mehr als noch im Vorjahresquartal sowie 33 Arbeitslose mehr als im Vorquartal. Geschuldet ist das einem Rückgang der offenen Stellen sowie einer gestiegenen Zahl von Arbeitslosen.
Trotz dieser – aus Arbeitgebersicht – rechnerisch verbesserten Bewerberlage bestehen weiterhin erhebliche Passungsprobleme am Arbeitsmarkt. Während lediglich 24 % der offenen Stellen keinen Berufsabschluss voraussetzen, suchte nahezu die Hälfte aller Arbeitsuchenden zuletzt ausschließlich im Helferbereich nach einer Beschäftigung. Für Arbeitgeber bedeutet dies: Die Herausforderung liegt weniger in der Anzahl potenzieller Bewerber als vielmehr darin, die passenden Fachkräfte zu erreichen.
Ganz klar zeichnet sich eine Fortsetzung des Trends bei den Rekrutierungswegen ab. So belegen die IAB-Daten für das Jahr 2025, dass digitale Kanäle bei der Personalsuche eine immer wichtigere Rolle spielen. Am häufigsten suchten Unternehmen über die eigene Karriere-Homepage (70 % der Neueinstellungen), gefolgt von privaten Internet-Jobbörsen (57 %) sowie Empfehlungen durch eigene Beschäftigte und persönliche Kontakte (48 %). Entscheidend für die erfolgreiche Stellenbesetzung waren vor allem persönliche Netzwerke und digitale Medien. In 27 % der sozialversicherungspflichtigen Neueinstellungen führten Empfehlungen von Beschäftigten oder persönliche Kontakte zum Erfolg. Dahinter folgen Internet-Jobbörsen (21 %) und die eigene Unternehmenswebsite (20 %).
Die Ergebnisse verdeutlichen: Persönliche Empfehlungen bleiben ein wichtiger Erfolgsfaktor in der Personalgewinnung. Gleichzeitig steigt die Bedeutung digitaler Recruiting-Kanäle weiter an. Arbeitgeber sind daher gut beraten, ihre Online-Präsenz kontinuierlich auszubauen und verschiedene Suchwege miteinander zu kombinieren, um qualifizierte Fachkräfte möglichst effektiv zu erreichen.
Veröffentlicht am:
Quelle: Jürgen Stüwe