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Das Haut-Mikrobiom bei Kindern – was macht es besonders?

Kategorie: Hautgesundheit

Lesedauer: 5 Minuten

Veröffentlicht am:

Das Mikrobiom umfasst die Gesamtheit aller Mikroorganismen, die auf und in unserem Körper leben. Auch die Haut beherbergt ein vielfältiges Ökosystem aus Bakterien, Pilzen und Viren – man spricht dabei vom Haut-Mikrobiom, das besonders bei Kindern eine wichtige Rolle spielt.

Ein gut ausbalanciertes Mikrobiom bildet eine natürliche Verbindung zwischen dem Körper und der Außenwelt. Es hilft, Feuchtigkeit zu speichern und gleichzeitig schädliche Einflüsse wie Krankheitserreger abzuwehren.

Was unterscheidet das Haut-Mikrobiom von Kindern und Erwachsenen?

Das Mikrobiom eines Kindes unterscheidet sich in mehreren Punkten vom erwachsenen Hautmikrobiom:

  1. Entwicklung über die Zeit:
    Schon in den ersten Lebensjahren verändert sich die mikrobiologische Besiedelung – bei Babys dominieren häufig solche Mikroorganismen, die sie von der Mutter erhalten haben.

  2. Einfluss der Mutter:
    Durch die Geburt und das Stillen geben Mütter viele Mikroorganismen an ihre Kinder weiter. Diese Mitbesiedlung unterstützt die Entwicklung des Immunsystems in den ersten Lebensphasen.

  3. Empfindlichere Haut:
    Die Haut von Kindern reagiert oft empfindlicher auf äußere Einflüsse wie Sonne, Wind oder Allergene. Das liegt unter anderem daran, dass die Talgproduktion bei ihnen noch nicht so stark ausgeprägt ist – das kann das Gleichgewicht der Hautflora beeinflussen.

  4. Schutz vor schädlichen Keimen:
    Gerade bei Kindern spielt das Mikrobiom eine zentrale Rolle, um schädliche Organismen fernzuhalten und die Hautbarriere zu stärken.

  5. Einfluss auf das Immunsystem:
    Die Mikroben auf der Haut tragen dazu bei, das Immunsystem zu trainieren und Krankheitserreger abzuwehren – ein Prozess, der in frühen Lebensjahren besonders wichtig ist.


Was passiert, wenn die Hautflora aus dem Gleichgewicht gerät?

Ist das Haut-Mikrobiom gestört, wird seine Schutzfunktion geschwächt. Schadorganismen können dann leichter in die Haut eindringen, was zu erhöhter Empfindlichkeit, schnellerer Hautalterung, Elastizitätsverlust oder Entzündungen führen kann.

Ursachen für eine gestörte Hautflora können unter anderem zu intensive Pflege, der Einsatz ungeeigneter Hautpflegeprodukte oder äußere Einflüsse sein.


Häufige Hautprobleme im Zusammenhang mit einem unausgeglichenen Mikrobiom

Ein ungünstiges Gleichgewicht der Hautmikroorganismen kann bei Kindern mit verschiedenen Hautproblemen in Verbindung stehen:

  • Ekzeme, insbesondere chronische Hautreizungen mit Rötungen und Juckreiz,

  • Neurodermitis (atopische Dermatitis), die oft mit einer verminderten Vielfalt „guter“ Mikroben einhergeht,

  • Akne, bei der bestimmte Bakterien in erhöhter Zahl auftreten können,

  • Rosazea, bei der eine Überbevölkerung von Milben eine Rolle spielen kann,

  • Schuppenflechte (Psoriasis), bei der ebenfalls Veränderungen im Mikrobiom sichtbar sind.


Fazit

Das Haut-Mikrobiom ist ein dynamisches, wachsendes Ökosystem – besonders bei Kindern. Es hilft, die Haut vor äußeren Einflüssen zu schützen, unterstützt die Entwicklung des Immunsystems und ist wichtig für eine gesunde Barrierefunktion.
Veränderungen oder Störungen in diesem sensiblen Gleichgewicht können zur Entstehung unterschiedlicher Hautprobleme beitragen.

Unser Tipp bei Hautproblemen: Rötungen, Juckreiz, nasse Stellen oder Hautrisse? Bei akuten oder chronischen Hautproblemen lohnt sich eine frühzeitige dermatologische Abklärung - per dermanostic App.

Vielen Dank an unseren Leistungspartner dermanostic, der uns diese Inhalte zur Verfügung gestellt hat.