Mouth Taping – Trend oder Gesundheitsrisiko?
Kategorie: Erholung & Schlaf
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Mouth Taping – also das nächtliche Verschließen des Mundes mit einem Pflaster – ist ein Thema, das aktuell in Gesundheits- und Schlafdiskussionen für Aufmerksamkeit sorgt. Befürworter versprechen, dass die nächtliche Mundverschluss-Technik die Schlafqualität verbessern, das Schnarchen reduzieren und zu erholsamerem Schlaf führen kann. Doch was steckt wirklich dahinter, und ist das gesundheitlich unbedenklich?

Mouth Taping – Trend oder Gesundheitsrisiko?
Nasenatmung ist entscheidend
Ob Mouth Taping tatsächlich den Schlaf verbessert, hängt maßgeblich davon ab, ob die Nasenatmung nachts frei ist. Ist die Nase verstopft, bekommt der Körper zu wenig Luft – der Schlaf wird unruhig und nicht erholsam. Gerade im Liegen schwellen die Nasenschleimhäute stärker an, sodass die Atmung merklich eingeschränkt sein kann. Wer tagsüber frei atmen kann, hat damit noch keine Garantie für eine ungestörte nächtliche Atmung.
Risiken bei unentdeckter Schlafapnoe
Besonders kritisch wird es bei unerkannter Schlafapnoe. Diese weit verbreitete Erkrankung bleibt in 80 Prozent der Fälle unentdeckt. Bei der obstruktiven Schlafapnoe verengen sich die oberen Atemwege so stark, dass die Atmung immer wieder stockt oder sogar aussetzt. Der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt, der Körper reagiert mit Stress und unbewussten Weckreaktionen. Betroffene schlafen unruhig und fühlen sich tagsüber erschöpft – oft ohne zu wissen, dass sie betroffen sind.
Mouth Taping kann in solchen Fällen sogar gefährlich sein. Im schlimmsten Fall steigt der CO₂-Gehalt im Blut gefährlich an, insbesondere bei älteren Menschen oder Vorerkrankten.
Expertenmeinung: Dr. med. Winfried Hohenhorst
Wir haben mit Dr. med. Winfried Hohenhorst, Schlafmediziner und Chefarzt der Klinik für HNO-Heilkunde am Alfried Krupp Krankenhaus in Essen, über Mouth Taping gesprochen:
Kann Mouth Taping wirklich die Schlafqualität verbessern?
„So pauschal stimmt das leider nicht. Es funktioniert nur, wenn die Nasenatmung frei ist. Ist die Nase verstopft, bekommt man zu wenig Luft – und der Schlaf wird schlechter statt besser. Im Zweifel wird das Pflaster in der Nacht aus Reflex abgerissen.“
Wie findet man heraus, ob die Nasenatmung frei ist?
„Tagsüber reicht es nicht, die Atmung im Sitzen oder Stehen zu testen. Entscheidend ist die Atmung im Liegen. Allergien, etwa gegen Hausstaubmilben, können die Nasenatmung zusätzlich blockieren.“
Wann sollte man an Schlafapnoe denken?
„Wer häufig schlecht durch die Nase atmen kann und beim Schlafen durch den Mund atmet, sollte aufmerksam werden. Ein frühes Screening ist sinnvoll, um Verschlechterungen zu vermeiden.“
Praktische Hilfe: Snorefox-App
Um das persönliche Risiko für Schlafapnoe unkompliziert zu Hause zu prüfen, bietet die BKK Linde die Snorefox-App kostenlos für ihre Versicherten an. Einfach das Smartphone neben das Bett legen, App starten, einschlafen – und schon erhält man einen ersten Hinweis auf mögliche Probleme.
Fazit
Mouth Taping ist kein Allheilmittel für besseren Schlaf. Wer seine Schlafqualität verbessern möchte, sollte zunächst sicherstellen, dass die Nasenatmung frei ist, und bei Verdacht auf Schlafapnoe ein Screening durchführen. Die Snorefox-App bietet hierfür eine einfache und sichere Möglichkeit – ganz ohne nächtliches Pflaster.